Das Wichtigste in Kürze
- KI ist im Design das, was der Akkuschrauber im Handwerk war: Sie macht Wege kürzer. Das Regal baut sie trotzdem nicht auf.
- Für Ideensammlung, Varianten und Routinearbeit ist sie hervorragend. Als Ersatz für Gestaltung, Markenverständnis und Verantwortung taugt sie nicht.
- KI-Entwürfe sehen einander ähnlich, weil sie aus demselben Durchschnitt schöpfen. Genau das nehmen Kunden als „unprofessionell" wahr, ohne es benennen zu können.
- Rechtlich unterschätzt: Ein rein von KI erzeugtes Logo ist in Deutschland in der Regel nicht urheberrechtlich geschützt - weil die persönliche geistige Schöpfung fehlt.[1]
- Ab dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten des EU-KI-Gesetzes. Sie treffen längst nicht jedes KI-Bild, aber man sollte wissen, was gemeint ist.[2]
Inhalt
Der Akkuschrauber-Vergleich
Es gab eine Zeit, da wurde jede Schraube von Hand eingedreht. Dann kam der Akkuschrauber, und plötzlich ging das, wofür man vorher eine Stunde brauchte, in fünf Minuten. Niemand kam auf die Idee, deshalb den Tischler abzuschaffen.
Denn der Akkuschrauber weiß nicht, wo das Regal hin soll. Er weiß nicht, ob die Wand trägt, ob die Höhe zum Raum passt, ob der Kunde eigentlich etwas ganz anderes braucht. Er dreht Schrauben ein - schneller als jede Hand, aber nur dort, wo jemand ansetzt.
Das Werkzeug ersetzt nicht die Entscheidung, wo gebohrt wird.
Genau so verhält es sich mit KI im Design. Sie erzeugt in Sekunden, wofür man früher einen Nachmittag brauchte. Sie weiß aber nicht, dass Ihr Wettbewerber im Nachbarort schon blau nutzt. Sie weiß nicht, dass Ihr wichtigster Kunde ein Detail hasst. Sie weiß nicht, dass das Plakat aus vier Metern Entfernung im Vorbeifahren funktionieren muss.