1. Start
  2. Blog
  3. Karriereseite im Handwerk
Webdesign

Mitarbeiter finden mit der eigenen Website: Was eine Karriereseite im Handwerk braucht

Wer sich auf Ihre Stellenanzeige meldet, hat vorher Ihren Betrieb gegoogelt. Was er dort findet, entscheidet über den Anruf. Hier steht, was auf eine Karriereseite gehört, wie die Bewerbung in zwei Minuten klappt und wie Ihre Stellen kostenlos in der Google-Jobsuche erscheinen.

Kurz gesagt: Eine Karriereseite beantwortet die Fragen, die in keiner Stellenanzeige stehen. Wer ist der Chef, wie sieht ein normaler Tag aus, was verdient man. Dazu kommen eine Bewerbung, die zwei Minuten dauert, und strukturierte Daten, damit Google die Stelle in der Jobsuche zeigt.

Die Lage 2025 blieben rund 54.400 Ausbildungsstellen frei. Gleichzeitig suchten rund 84.400 junge Menschen noch einen Platz.[1]
Was Bewerber wissen wollen Chef und Kollegen, ein normaler Arbeitstag, Verdienst, Arbeitszeiten, der Weg zur Arbeit.
Was die Bewerbung bremst Pflicht zum Anschreiben, lange Formulare, Anzeigen als PDF ohne Ansprechpartner.
Kostenlos sichtbar Mit strukturierten Daten erscheinen offene Stellen in der Google-Jobsuche.[2]

Warum Ihre Website über den Anruf entscheidet

Die Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung zeigen ein Bild, das auf den ersten Blick nicht zusammenpasst. Zum 30. September 2025 blieben rund 54.400 Ausbildungsstellen unbesetzt. Gleichzeitig hatten rund 84.400 junge Menschen noch keinen Ausbildungsplatz gefunden und suchten weiter.[1]

Stellen und Bewerber gibt es also beide. Sie finden nur oft nicht zueinander. Das hat viele Gründe, von der Entfernung bis zum Wunschberuf. Einer davon lässt sich vom Betrieb aus beeinflussen: wie sichtbar und wie greifbar ein Betrieb für Bewerber ist.

Der Weg eines Bewerbers sieht heute fast immer gleich aus. Er sieht Ihre Anzeige, im Portal, in der Zeitung oder auf Ihrem Transporter. Dann sucht er Ihren Betrieb bei Google. Was er dort findet, entscheidet, ob er sich meldet.

Anzeige
Portal, Zeitung, Transporter
Google
der Betrieb wird gesucht
Karriereseite
hier fällt die Entscheidung
Bewerbung
Anruf, WhatsApp, Formular

Beobachtung aus der Praxis: In den letzten zwei Jahren kam etwa jede zweite Anfrage bei mir nicht wegen fehlender Kunden, sondern wegen fehlender Bewerber.[5] Eine Stellenanzeige ohne Website ist ein Zettel ohne Adresse.

Was auf die Karriereseite gehört

Eine Stellenanzeige sagt, was Sie suchen. Die Karriereseite zeigt, wie es bei Ihnen ist. Fünf Dinge gehören darauf, und zwar in der Reihenfolge, in der Bewerber sie wissen wollen.

  1. Wer ist der Chef, wer sind die Kollegen?Echte Fotos mit Vornamen und ein paar Sätze vom Inhaber. Für einen Sechzehnjährigen ist die Frage, mit wem er jeden Morgen im Transporter sitzt, wichtiger als jede Firmengeschichte.
  2. Wie sieht ein normaler Tag aus?Arbeitsbeginn, Baustelle oder Werkstatt, typische Aufgaben im ersten Lehrjahr. Ehrlich, auch wenn es mal kalt und dreckig wird. Wer das vorher weiß, bricht seltener ab.
  3. Was verdiene ich?Die Ausbildungsvergütung je Lehrjahr oder einen Rahmen für Gesellen. Wer hier nichts nennt, lässt die wichtigste Frage offen.
  4. Was gibt es außerdem?Arbeitszeiten, Urlaub, Werkzeug, Arbeitskleidung, Weiterbildung, Zuschuss zum Führerschein. Aber nur, was Sie wirklich bieten.
  5. Wie komme ich hin?Standort, Einzugsgebiet, Treffpunkt oder Abholung. Für Azubis ohne Führerschein entscheidet das oft allein.

Bewerben in zwei Minuten

Viele Bewerbungen scheitern nicht am Interesse, sondern an der Hürde. Wer am Handy erst ein Anschreiben formulieren, Zeugnisse einscannen und ein Formular mit fünfzehn Pflichtfeldern ausfüllen soll, schiebt es auf. Und dann ist die Stelle beim Nachbarbetrieb schon vergeben.

Mythos

„Ohne Anschreiben bewirbt sich niemand, der es ernst meint."

Praxis

Ein Anruf oder eine WhatsApp-Nachricht zeigt genauso Interesse. Ob es passt, klärt das Gespräch, nicht das Anschreiben.

Mythos

„Bewerbungen bitte vollständig als PDF."

Praxis

Am Handy hat kaum jemand ein PDF griffbereit. Name, Telefonnummer und Wunschberuf reichen für den ersten Kontakt. Unterlagen können später kommen.

Was gut funktioniert: ein WhatsApp-Knopf mit vorbereitetem Text, ein Kurzformular mit drei Feldern und das Angebot, zurückzurufen. Entscheidend ist danach nur, dass schnell jemand antwortet. Wer eine Woche auf eine Rückmeldung wartet, hat sich bis dahin oft anders entschieden.

Ein Punkt, der gern vergessen wird: Auch Bewerberdaten sind personenbezogene Daten. Die Datenschutzerklärung muss die Bewerbung abdecken, einschließlich des Wegs über WhatsApp.[4]

In der Google-Jobsuche erscheinen

Sucht jemand bei Google etwa nach „Ausbildung Anlagenmechaniker Ottersberg", zeigt Google Stellen aus vielen Quellen in einer eigenen Jobsuche. Dort können auch Stellen von Ihrer eigenen Website stehen, ohne Jobportal und ohne Gebühr. Voraussetzung sind strukturierte Daten: eine kleine Beschreibung der Stelle im Code der Seite, die Besucher nicht sehen, Google aber auswertet.[2]

Pflicht sind laut Google fünf Angaben: Titel, Beschreibung, Datum der Veröffentlichung, der Betrieb und der Arbeitsort. Empfohlen sind unter anderem ein Ablaufdatum, die Art der Anstellung und das Gehalt.[2] So sieht das für eine Lehrstelle aus:

// Beispiel, Werte bitte anpassen
{
  "@context": "https://schema.org/",
  "@type": "JobPosting",
  "title": "Ausbildung Anlagenmechaniker/in SHK (m/w/d)",
  "description": "<p>Ausbildung ab 1. August 2027 ...</p>",
  "datePosted": "2026-10-20",
  "validThrough": "2027-03-31T23:59",
  "employmentType": "FULL_TIME",
  "hiringOrganization": {
    "@type": "Organization",
    "name": "Ihr Betrieb GmbH",
    "sameAs": "https://www.ihr-betrieb.de"
  },
  "jobLocation": {
    "@type": "Place",
    "address": {
      "@type": "PostalAddress",
      "streetAddress": "Musterstraße 1",
      "addressLocality": "Ottersberg",
      "postalCode": "28870",
      "addressCountry": "DE"
    }
  }
}

Drei Regeln, die Google ausdrücklich nennt: Die Stelle muss auch sichtbar auf der Seite beschrieben sein. Abgelaufene Stellen sind nicht zulässig und müssen entfernt oder mit einem vergangenen Ablaufdatum versehen werden, sonst drohen manuelle Maßnahmen. Und Lebensläufe darf man nur für Stellen anfordern, die wirklich frei sind.[2] Eine Seite für Initiativbewerbungen bekommt deshalb kein Stellen-Markup.

Fünf typische Fehler

FehlerWarum er Bewerber kostet
Stockfotos statt TeamBewerber suchen Gesichter. Ein Bild aus der Datenbank sagt: Hier gibt es nichts Eigenes zu zeigen.
„Junges, dynamisches Team"Steht überall und sagt nichts. Konkrete Angaben zu Alltag, Werkzeug und Verdienst überzeugen.
Stellenanzeige nur als PDFAm Handy mühsam zu lesen und ohne strukturierte Daten nicht in der Google-Jobsuche.
Formular mit fünfzehn PflichtfeldernWer am Handy hängen bleibt, bewirbt sich nicht. Drei Felder reichen für den ersten Kontakt.
Stellen von 2024 noch onlineWirkt, als würde sich niemand kümmern. Für die Google-Jobsuche sind abgelaufene Stellen ohnehin unzulässig.[2]

Fotos vom eigenen Team

Echte Fotos sind das stärkste Element einer Karriereseite. Dafür brauchen Sie aber die Zustimmung der Menschen auf den Bildern. Für Beschäftigte verlangt das Bundesdatenschutzgesetz, dass die Einwilligung schriftlich oder elektronisch erfolgt und dass der Betrieb über den Zweck und das Widerrufsrecht informiert.[3]

In der Praxis heißt das: vor dem Fototermin ein kurzes Formular, das genau nennt, wo die Bilder erscheinen, also auf der Website, im Google-Profil und in sozialen Netzwerken. Widerruft jemand, werden seine Bilder ausgetauscht. Viele Betriebe machen das ohnehin, sobald jemand den Betrieb verlässt.

Für den Alltag reichen Handyfotos von der Baustelle. Für das Teamfoto und die Porträts lohnt sich ein Fototermin, weil das die Bilder sind, die Bewerber zuerst sehen. Wie das bei mir abläuft, steht auf der Seite zur Unternehmensfotografie.

Sie suchen Azubis oder Gesellen?

Ich baue Karriereseiten, die am Handy funktionieren: mit einer Bewerbung in zwei Minuten, strukturierten Daten für die Google-Jobsuche und auf Wunsch mit Teamfotos vom Termin bei Ihnen im Betrieb.

Kostenloses Erstgespräch

Mehr dazu auf der Seite Website für Handwerksbetriebe. Ob sich eine Website für Ihren Betrieb überhaupt lohnt, klärt der Selbsttest in Brauche ich eine Website?

Häufige Fragen

Reicht eine Unterseite, oder brauche ich eine eigene Karriere-Website?

Für kleine Betriebe reicht eine Unterseite der normalen Website, gut erreichbar über das Menü. Eine eigene Karriere-Website lohnt sich erst bei vielen offenen Stellen oder mehreren Standorten.

Brauche ich zusätzlich Jobportale?

Das schließt sich nicht aus. Portale bringen Reichweite, die Karriereseite überzeugt. Jede Anzeige im Portal sollte deshalb auf Ihre Karriereseite verweisen, denn dort sehen Bewerber, wie es bei Ihnen wirklich ist.

Was kostet eine Karriereseite?

Als Unterseite einer bestehenden Website ist der Aufwand überschaubar. Was es bei Ihnen kostet, hängt davon ab, ob Texte und Fotos schon vorhanden sind. Im Erstgespräch nenne ich Ihnen einen Festpreis.

Wie aktuell muss die Seite sein?

Besetzte Stellen gehören sofort von der Seite. Für die Google-Jobsuche sind abgelaufene Stellen ausdrücklich nicht zulässig. Fotos und Texte sollten Sie einmal im Jahr prüfen.

Darf ich Fotos meiner Mitarbeiter ohne Einwilligung zeigen?

Nein. Für Beschäftigte muss die Einwilligung schriftlich oder elektronisch erfolgen, und der Betrieb muss über den Zweck und das Widerrufsrecht informieren. Im Zweifel lassen Sie das Formular von Ihrem Datenschutzberater prüfen.

Quellen

Die Zahlen und Rechtsaussagen stützen sich auf die genannten Quellen. Einschätzungen zur Praxis stammen aus meiner eigenen Projektarbeit und sind als solche gekennzeichnet. Alle Links zuletzt geprüft am 19.10.2026.

  1. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB): Pressemitteilung 40/2025 vom 10.12.2025: Angespannte Lage auf dem AusbildungsmarktBelegt: Rund 54.400 unbesetzte Ausbildungsstellen sowie rund 84.400 junge Menschen, die zum Stichtag 30. September 2025 noch keinen Ausbildungsplatz gefunden hatten und weiter suchten.
  2. Google Search Central: Strukturierte Daten für Stellenausschreibungen (JobPosting)Belegt: Pflichtangaben und empfohlene Angaben, Sichtbarkeit auf der Seite, Verbot abgelaufener Stellenausschreibungen, Lebensläufe nur für zu besetzende Stellen.
  3. Bundesdatenschutzgesetz (BDSG): § 26 BDSG, Datenverarbeitung für Zwecke des BeschäftigungsverhältnissesBelegt: Einwilligung von Beschäftigten schriftlich oder elektronisch, Information über Zweck und Widerrufsrecht (Absatz 2).
  4. Europäische Union: Datenschutz-Grundverordnung, Artikel 13 (Informationspflicht)Belegt: Informationspflichten bei der Erhebung personenbezogener Daten, also auch bei Bewerbungen.
  5. Eigene Projekterfahrung, besser brinkmann: rund 140 abgeschlossene Projekte, davon 50 bis 60 WebsitesBelegt: Grundlage für die Beobachtung zur Personalsuche als häufigem Anlass und die Einschätzungen zu Bewerbungswegen und typischen Fehlern.
Lars Brinkmann – Webdesigner, SEO-Berater und GEO-Optimierer aus Ottersberg, Inhaber von besser brinkmann

Lars Brinkmann

Webdesigner & SEO-Berater · Inhaber besser brinkmann

Als Einzelunternehmer aus Ottersberg bin ich Ihr direkter Ansprechpartner - von der ersten Idee bis zur laufenden Betreuung. Kein Agentur-Overhead, keine Weiterleitungen, kein Account-Manager-Layer. Alle Leistungen werden von mir persönlich erbracht. Sie erreichen mich jederzeit direkt.